Tradition und Fortschritt

Ein Blick in die Geschichte des heutigen Unternehmens deutet auf die lange Tradition des Textilgewerbes in der Region Hof hin. Bereits im Jahr 1853 berichtete das „Hofer Wochenblatt“ über den Plan zur Errichtung einer mechanischen Baumwollspinnerei in Hof.

Am 6. September 1917 besichtigte König Ludwig III von Bayern die "Neue Baumwollspinnerei und Weberei" in Hof

Der eigentliche Anfang wurde allerdings erst mit der Gründung der „Neuen Baumwoll-Spinnerei Hof“ 1869 gemacht. Als diese sich kurze Zeit später mit der „Mechanischen Weberei“ zur „Neuen Baumwoll-Spinnerei und Weberei Hof“ vereinigte, war genaugenommen der Grundstein der späteren Textilgruppe gelegt.

Mit der Eingliederung der „Mechanischen Zwirnerei Fritz Koch“ im Jahr 1926 wurde die „Neue“ zum dreistufigen Werk und konnte sich den Marktschwankungen besser anpassen.

Als weiterer Schritt auf dem Weg zu einer vielseitigen Unternehmensgruppe erfolgte 1931 die Übernahme der „Süddeutschen Webstoff-Gesellschaft“, aus der die heute überaus erfolgreiche Tochtergesellschaft „eswegee“ hervorgeht.

Nach den für die „Neue“ schweren Kriegsjahren mit erzwungener Stillegung und Demontage der Weberei und einer Spinnereiabteilung, mit Rohstoffmangel und Entzug von Arbeitskräften wurden erst mit der Währungsreform 1948 die Voraussetzungen für eine weitgreifende Reorganisation des Betriebes geschaffen. Durch die Teilung Deutschlands nun um seine Beschaffungs- und Absatzgebiete im Osten Deutschlands beraubt, hatte die „Neue“ erhebliche Wettbewerbsnachteile. Dies führte zu der Entscheidung, ein Zweigwerk in Nördlingen zu bauen, nicht zuletzt, um auch der inzwischen wieder lebhaften Nachfrage gerecht zu werden.

Der Bau der Feinspinnerei Moschendorf war ein weiterer Meilenstein zum Ausbau der Produktionspalette.

1963 erwarb die „Neue“ mit der „Neuen Textilgesellschaft Münchberg mbH“ eine Dekorationsstoffweberei mit Färberei und Ausrüstung. Heute vertreibt dieses Tochterunternehmen als „Neutex Home Deco GmbH“ ihre Dekostoffe und Konfektionsware weltweit.

Das bedeutendste Ereignis war hundert Jahre nach Gründung der Gruppe der Erwerb einer Beteiligung an der Unternehmensgruppe „Vogtländische Baumwollspinnerei“, in der die Hofer Weberei Zschweigert KG, das Textilwerk Lauterecken KG und die Handelsgesellschaft mbH Hof vereinigt waren.

Mit dem Erwerb des dritten textilen Großbetriebes in Hof, der Spinnerei Hermann Ebenauer & Co, der Übernahme der Mehrheitsanteile an der „Bleicherei, Färberei und Appreturanstalt Uhingen AG“ und dem Erwerb der Gebäude und des Maschinenparks der ehemaligen „Remstaler Teppichfabrik Plüderhausen“ rundete die Gruppe in den folgenden Jahren ihr Portfolio ab.

Im Dezember 1983 erlitt die Textilgruppe einen herben Rückschlag in ihrer Entwicklung. Die Spinnerei Moschendorf, einst „der Stolz der NSH“, wurde durch eine Brandkatastrophe vollkommen vernichtet. In den Jahren darauf erfolgt jedoch der Wiederaufbau. Sie umfasst heute eine Spinnerei und eine Weberei.

Mit Wirkung zum 1. Juli 1996 erfuhr die Textilgruppe Hof eine entscheidende Neustrukturierung in Form einer Holding. Im April 1997 verkaufte die Bayerische Vereinsbank AG, München und die Bayer. Hypotheken- und Wechselbank AG, München, ihre Anteile an die Südwolle AG, Nürnberg.

Das neue Vliesstoffwerk in Reichenbach/Sachsen

Als weiteren Schritt zur Strukturbereinigung verkaufte das inzwischen zur Textilgruppe Hof AG (TGH AG) umbenannte Traditionsunternehmen ihre Mehrheitsbeteiligung an der Vogtländischen Baumwollspinnerei AG, Hof, die seit der Ausgliederung der operativen Tätigkeiten in eine Schwestergesellschaft nunmehr als Zwischenholding fungierte.

Auch die TGH AG konnte sich der weltwirtschaftlichen Entwicklung nicht entziehen. Die zunehmende Globalisierung führte in der Textilindustrie zu grundlegenden strukturellen Veränderungen, insbesondere im Bekleidungssektor.

Die strategische Neuausrichtung hin zu technischen Textilien und Vliesstoffen und zur Erschließung weltweiter Absatzmärkte bestimmen nun die Investitionstätigkeiten der Gruppe. Mit dem Erwerb des rumänischen Dekostoffherstellers SC Textor S.A. im Jahr 2005, einer Beteiligung an dem indischen Vliesstoffhersteller Supreme Nonwovens Industries Pvt. Ltd. und dem Kauf der Spezialgarnhersteller SBS CoreTech GmbH und Max Süß GmbH in Sachsen sichert die TGH AG die Zukunft des Konzerns. Ein weiterer Meilenstein ist der Bau einer neuen Produktionsstätte in Reichenbach/Sachsen.